IGEP e.V.: Besuch im Calvados – 24. bis 28. Mai 2017

Stadtwappen

Intakte Partnerschaft – Besuch bei Freunden

im Calvadosim Calvados

Die Tage um Christi Himmelfahrt stehen in Gerbrunn bzw. in der Normandie im Zeichen der deutsch-französischen Freundschaft. In diesem Jahr waren die Gerbrunner erneut im Calvados (24.5.-28.5.2017). Auf eine anstrengende Nachtfahrt wurde diesmal verzichtet, stattdessen ein Reisetag mehr eingeplant – eine gute Entscheidung. Es war Zeit, einige der einzigartigen französischen Kathedralen kennenzulernen: Metz, Loan, Amiens. Die Reisebegleiterin Lilo Thein (Gerbrunn) erläuterte sehr kenntnisreich und charmant die berühmten Fassaden, Skulpturen und Fenster der Kirchen. Während der Fahrt bot sie mit ihren Erzählungen und Anekdoten aus der französischen Geschichte beste Unterhaltung. Die faszinierende Küste aus Kreidefelsen am Ärmelkanal bei Etretat sahen die meisten von uns zum ersten Mal.

In Perier wurden wir von dem alten (90 Jahre), sehr sympathischen Herrn Daniel Ombredanne im Hof seines Schlosses mit kühlem Cidré begrüßt. Er erzählte sehr höflich, ohne jeden Vorwurf, von dem, woran an vielen Orten in der Normandie erinnert wird : die Jahre der deutschen Besetzung während des 2.Weltkriegs und ihr Ende. Im „Journal de Guerre“ seiner Nichte Marie-Louise Osmont wird das Kriegsgeschehen in und um Perier –sur –le-Dan ausführlich beschrieben. Wir kauften einige Exemplare, Herr Ombredanne freute sich sichtlich darüber. Am Freitag empfing uns der Graf d´Oilliamson in seinem Schloss Fontaine-Henry. Mit seiner reizenden Angestellten Mona-Lisa Dubourg, einer jungen Frau mit nordafrikanischen Wurzeln (geglückte Integration ?),zeigte er uns das Schloss, seine wuchtigen Gewölbe, den Garten und die Kapelle aus dem 13 Jh. Im Vestibül hingen die Wappen der neun Schlossbesitzer während der tausend Jahre, alle Glieder einer weitverzweigten Familie. Der Marquis hatte eine Menge zu erzählen. Gaby Straßburg (Gerbrunn) erfreute in einem der Salons mit einem kleinen Klavierkonzert.

Ein weiterer Höhepunkt war die Besichtigung der Austernbänke vor Asnelles. Viel Arbeit und Geduld sind drei Jahre lang nötig, um die empfindlichen, sehr schmackhaften Muscheln zu „ernten“. Dass ihr Preis hoch ist, verwundert angesichts der körperlichen Mühen nicht.

Auf dem Weg zu den Ruinen der deutschen Batterie bei Longes-sur-Mer („Atlantik-Wall“) kamen die Gespräche auf die Invasion der Alliierten am D-Day 1944 (6.Juni). Man kann sich kaum vorstellen, welch´ großes Sterben auf beiden Seiten der Kriegsgegner in der heute so idyllisch wirkenden Heckenlandschaft der Normandie stattfand. Die großen Soldatenfriedhöfe besucht man nicht ohne tiefe Betroffenheit und innere Bewegung. Die „Botschaft“ der Gräber : Europa darf nie wieder so mörderische Kriege erleben ! Auch darum pflegen wir unsere Partnerschaften in West und Ost.

Am traditionellen Abschiedsabend in der Mehrzweckhalle von Cresserons (auch dort der langweilige Name für eine Halle ) kamen noch einmal alle zusammen: unsere französischen Gastgeber und wir deutschen Gäste, zudem die Bürgermeister der beteiligten Gemeinden. Jenny Baumeister und ihre Mutter gaben ein kleines Flötenkonzert. Zweiter Bürgermeister Reinhard Kies und IGEP-Vorsitzender Gerd Vettermann dankten für die wieder warme Herzlichkeit und große Gastfreundschaft der Gastgeber, für das tolle Programm der Tage, und überreichten die Gerbrunner Geschenke: einige Quittenpflanzen und fränkischen Wein.

Fünf Tage unterwegs in Sachen Partnerschaft. Das haben die französischen Freunde im Calvados verdient: Wenige Tage vorher hatten sie mit sehr großer Mehrheit den Europäer Emmanuel Macron zu ihrem Präsidenten gewählt. Auch dafür haben wir ihnen gedankt.

R.Kies

Bilder von diesem Ereignis finden Sie in einer ► Bildergalerie